Chronik

Als Vorgeschichte ist zu erwähnen, dass es bereits 1910 einen Verlag Döge & Adam gab.
Am 1. Mai 1910 wurde der „Kunstverlag Döge & Adam“ laut Handelsregistereintrag vom 22. Juni 1910 mit Carl August Döge und Ernst Arno Adam gegründet. Die Verlagsräume befanden sich in Dresden-Neustadt in der Helgolandstraße 19. Der Handelsregistereintrag (Altregister) mit der Nr. 12342 ist im Hauptarchiv Dresden einsehbar. Ernst Arno Adam war, laut Dresdner Adressbuch von 1911, außerdem Inhaber einer Ansichtskarten- und Papierwaren-Großhandlung in der Stephanienstraße 13. Am 9. Mai 1912 trennte sich E. A. Adam vom Verlag. Der alte Kunstverlag Döge & Adam trug nach der Trennung nur noch den Namen Carl Döge. Der Verlag existierte nach dem Tod von Carl Döge 1932 unter der Leitung seines Sohnes Kurt Döge, als Alleinhaber, noch bis 1939 weiter. Der Verlag wurde dann wegen Einberufung zum Militärdienst aufgegeben.
(Die Fakten zu der Vorgeschichte verdanken wir den Recherchen von Klaus Döge, dem Enkel von Carl und Sohn von Kurt Döge.)
(Handelsregistereintrag Nr. 14394).

1. Juli 1912
Die Brüder Arno und Rudolf Adam, beide Kaufleute, gründen eine offene Handelsgesellschaft unter dem Namen Adam's Kunstverlag in Dresden-Altstadt, Am See 18. Zweck des Unternehmens ist der Verlag von Ansichtskarten und Glückwunschkarten sowie der Groß- und Einzelhandel mit Papierwaren. 

Die Entwicklung nimmt einen stürmischen Verlauf, sodass man bereits 1913 in Erwägung zieht, eine eigene Lichtdruckanstalt für den Druck von Ansichtskarten anzuschließen. Leider kann dieser Plan nicht sofort ausgeführt werden, schließlich muss die Absicht durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914 ganz aufgegeben werden. 

1919
Verlegung der Geschäftsräume in das Eckgrundstück Annenstraße 26, um das Einzelhandelsgeschäft zu erweitern. 

Umbenennung in A. & R. Adam.

Aufnahme der Geschäftsverbindung mit der Druckerei Emil Pinkau & Co. AG Leipzig, die bis zur Auflösung dieses Unternehmens (1975) andauert.

1925
Arno Adam stirbt. 

1926
Die Firma A. & R. Adam übernimmt den für die Sächsische Schweiz maßgeblichen Verlag von Philipp Krebs, Dresden. 

1932
Eintritt von Fritz Adam, Sohn von Rudolf Adam, als Angestellter in der Firma. 

Um diese Zeit wird mit 6 kaufmännischen Angestellten, 2 Reisevertretern, 2 Fotografen, 1 Lehrling und 1 Markthelfer gearbeitet. Während der Groß- und Einzelhandel keine wesentlichen Erweiterung erfährt, wird der Verlag von Ansichtskarten erheblich erweitert.

13. Februar 1945
Die Geschäftsräume der Firma A. & R. Adam in der Annenstraße 26 werden völlig zerstört.  3 Mitarbeiter der Firma finden in der Bombennacht von Dresden den Tod. Teile des Foto-Archivs sind ausgelagert und bleiben so erhalten. 

Sommer 1945
In der Wohnung von Rudolf Adam, Wieckestraße 62 (Stadtteil Reick), wird der Geschäftsbetrieb fortgesetzt. 

1. November 1945
Fritz Adam wird Mitinhaber der Firma. 

1948 
Rudolf Adam stirbt. Fritz Adam übernimmt die Firma.

Durch die Währungsreform verschlechtert sich die Lage der Firma. 

1950
Die Firma kann einen kleinen Geschäftsraum in Dresden-Neustadt, Kleine Meißner Gasse 3, mieten. 

1952
Umzug in größere Geschäftsräume in der Kleinen Meißner Gasse 6. 

September 1953
Fritz Adam erwirbt zusätzlich einen Gewerbeschein für Fotografie, da er gezwungen ist, die Fotos für das Verlagsprogramm selbst zu fertigen. 

1968
Die Geschäftsräume in Dresden-Neustadt müssen aufgegeben werden, da man das Haus Kleine Meißner Gasse 6 im Zuge einer Neubebauung abriss. Umzug der Firma nach Alttolkewitz 9. Der Verlag von Ansichtskarten in Bromsilber-Technik stabilisiert sich durch die eigenen Fotoarbeiten und feste Beziehungen zu den Druckereien und Bilanzierung im Volkswirtschaftsplan.

1987 - 1989
Hans-Jörg Kluge bewirbt sich bei Fritz Adam als Mitarbeiter und wechselt von der Werbeabteilung des VEB Kombinat Fortschritt Landmaschinen, Abteilung Film- und Fotowerbung in den privaten A. & R. Adam Verlag. Er erlernte die Tätigkeiten des Verlagsgeschäftes, betreut zunächst gemeinsam mit Fritz Adam die Kunden in der Sächsischen Schweiz, gestaltete Ansichtskarten, beantragte beim Rat des Bezirkes Bild- und Druckgenehmigungen, übernahm selbstständig Fotoaufträge und führte alle notwendigen Arbeiten im Fotolabor durch. Ziel des damals 72-jährigen Fritz Adam war es, den Verlag an einen geeigneten Nachfolger abzugeben. Die von Hans-Jörg Kluge eingereichte Gewerbegenehmigung wurde per 14. November 1988 erteilt.

Am 1. April 1989 übernahm Hans-Jörg Kluge, durch Kauf, das Einzelunternehmen A. & R. Adam, Verlag und Großhandel, als Inhaber, meldet das Gewerbe an, wurde ins Handelsregister eingetragen und behielt die bisherige Bilanzierung an Druck- und Papierkontingent. Mit einer von Fritz Adam übernommenen Angestellten führte er nun selbstständig das Einzelunternehmen weiter.

1990 bis 2012
Bedingt durch die politische Wende und dem Wechsel von der Planwirtschaft der DDR in die Marktwirtschaft erweitert sich das Verlagsgeschäft beträchtlich und wird schon 1990 durch die Arbeit einer Werbeagentur ergänzt.

Am 1. Juli 2012 hatte A. & R. Adam als Verlag sein 100-jähriges Firmenjubiläum.
Anlässlich dieses denkwürdigen Ereignisses fand am 6. Juli 2012 in der Musikschule Sächsische Schweiz e.V. in Pirna eine Feier, unter der Schirmherrschaft des Landrates des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Michael Geisler, statt.

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